Ellenbogen / Tennisarm

„Als ich meinen Hammer nach dem Annageln der Regalböden aus der Hand legte, war mein Unterarm schwer wie Blei!“ berichtete eine 43 jährige Patientin über den Beginn Ihrer Ellenbogenprobleme. „Ich bin es ja nicht gewöhnt zu hämmern – noch dazu so an die 200 Nägel“, erzählte die, nach eigenen Angaben nicht sehr sportliche Sekretärin weiter. Einen Tag nach der handwerklichen Überlastung schmerzte jegliche nach oben gerichtete Bewegung der Hand im Bereich des Knochenvorsprungs am äußeren Ellenbogen und am oberen Unterarm. Dazu strahlte der Schmerz noch in Richtung Hand aus.
Der nach vier schmerzgepeinigten Wochen aufgesuchte Hausarzt verordnete Schonung und Eisauflagen sowie „antirheumatische Tabletten“. Eine anhaltende Besserung trat noch nicht ein.

Enthaftungserklärung:
Die nachfolgende Antwort wurde nach bestem Wissen und Gewissen entsprechend den in der Frage gemachten Angaben beantwortet. Da keine umfassende Untersuchung gemacht werden konnte, kann die Antwort NICHT als Ersatz für einen Besuch bei Ihrem Facharzt gelten.
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Antwort:
Tennisarm oder Tennisellenbogen sind typische Bezeichnungen für Schmerzzustände im vorderen, äußeren Teil des Ellenbogengelenkes. Bezeichnungen mit schlechter Wortwahl.
Sie müssen nämlich gar nicht Tennis gespielt haben, um in diesem Bereich Schmerzen zu bekommen. Anstrengende ungewohnte Drehbewegungen der Hand und des Unterarmes, wie Schrauben, Werfen, Flaschen aufdrehen, Hämmern und anderes können auch eine „Epicondylitis“ = Ellenbogenentzündung verursachen.

Warum es überhaupt schmerzt?
Unsere Hände werden von zwei großen Muskelgruppen bewegt (Handbewegung nach oben und unten), welche mit Sehnen (derbe Faserenden eines Muskels) tief im Knochen verankert sind.
Die Ursache der Schmerzen liegt in einer durch Überbeanspruchung hervorgerufenen Entzündung der in der Beinhaut und im Knochen verankerten Sehnenteile. Abhängig von der Bewegung mit der die Muskel überlastet wurden, unterscheidet der Arzt zwischen einem „Tennis“ (äußerer) und Golferarm (innerer Ellenbogengelenksanteil).

Die Diagnose wird durch die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte und eine eingehende Untersuchung gestellt.

Therapiemöglichkeiten

1) Was können Sie tun?
  – Auflegen von Eisbeutel (4-5 x tgl.ca.15 Minuten).
  – Schonung des Unterarmes und Hand für ein paar Tage. Tragen
    einer Ellenbogenbandage (z.B.Epitrain).
  – Muskeldehnungen sollten erst nach Rücksprache mit einer PhysiotherapeutIn oder einem Arzt gemacht werden.
  – Auch zur Vorbeugung ist es wichtig die Bewegungstechnik so zu verbessern, dass Sie Ihr Handgelenk bei Sport und anderen belastenden Aktivitäten stets gestreckt in einer Linie zum
    Unterarm halten.
  – Zeigen Sie Ihrem Sporttrainer nochmals Ihre erlernte Technik, vielleicht gibt es etwas zu verbessern ?

2) Was kann Ihr Arzt tun?
  – Im Akutstadium Schonung verordnen, ruhig stellen.
  – Verordnung einer Ellenbogenbandage (z.B. Epitrain).
  – Verordnung entzündungshemmender Medikamente
  – Orthopädische Infiltrationen (Injektionen) an den Entzündungsherd (entzündungshemmender, schmerzstillender und abschwellender Effekt).
  – Physikalische Therapie mit Ultraschall, Dehnungen und evtl.
  – Einzelheilgymnastik mit PhysiotherapeutIn
  – Durchführung einer extrakorporalen Stoßwellen Therapie
  – Bei langdauernden Fällen, die alle Therapieformen versucht haben, kann auch eine Operation in Betracht gezogen werden.

Prognose
In den meisten Fällen reichen schon Dehnungen und Schonung aus, um Beschwerdefreiheit zu erzielen. Bei chronischeren Problemen ist meist die Kombination von physikalischer Therapie mit Infiltrationen und Stoßwellentherapie zielführend.
Eine Operation sollte nur nach ausführlicher ärztlicher Beratschlagung und bei absoluter Therapieresistenz empfohlen werden.