Rückenschmerz

Hr. H. (53 Jahre) klagt seit geraumer Zeit über ein brennendes, ziehendes Gefühl im Rückenbereich beidseits der Brustwirbelsäule, dass nach längerer sitzender Tätigkeit aufritt (Computer und Schreibtischarbeit), aber sich wie von selbst im Liegen weitgehend bessert.
Manchmal spürt er seinen Rücken auch nach längerem Schlaf. Dabei aber fiel ihm auf, dass kurz nach dem Aufstehen die Bewegung den Schmerz fast völlig zum verschwinden bringt und dieser erst wieder – wie erwähnt – nach langdauernder Büroarbeit zurückkommt.
Die Schmerztabletten, die er von seiner Frau (auch sie leidet schon länger an Schmerzen im Wirbelsäulenbereich) empfohlen bekam besserten die Situation nur über Stunden.

Enthaftungserklärung:
Die nachfolgende Antwort wurde nach bestem Wissen und Gewissen entsprechend den in der Frage gemachten Angaben beantwortet. Da keine umfassende Untersuchung gemacht werden konnte, kann die Antwort NICHT als Ersatz für einen Besuch bei Ihrem Facharzt gelten.
www.drkoestler.at lehnt deshalb jegliche Haftung für unmittelbare sowie mittelbare Schäden und immaterielle Unbill, die aus der Befolgung der Ratschläge entstehen, ab. Falls Sie Schmerzen oder Beschwerden haben, kontaktieren Sie in jedem Fall den/die Facharzt/Ärztin Ihres Vertrauens. Ebenso kann keine Verantwortung für die Inhalte von Webseiten übernommen werden, auf die durch „Hyperlinks“ verwiesen werden.

Antwort:
In der Brustwirbelsäule sind 12 Wirbelkörper hauptsächlich für das Vor.-und Rückneigen sowie für die Verbindung zu den Rippen, welche den Brustkorb umschließen, verantwortlich. Zu den häufigsten Erkrankungen der Brustwirbelsäule zählen:
  – Fehlhaltung mit muskulären Störungen (Verspannung)
  – Wirbel-und Rippenwirbelgelenksverhakungen

Die kräftige Brust und Schultermuskulatur neigt nach jahrelanger Fehlbelastung ohne gezielte Ausgleichsbewegungen dazu, aus dem Gleichgewicht zu geraten – sie verkürzt sich. In der Folge wandern die Schultern scheinbar nach vorne und die obere Brustwirbelsäule gibt dem Zug in Richtung Brustbein nach – ein Buckel entsteht, die Muskel schmerzen.

Dies kann alleine durch Fehlbelastung entstehen, aber auch nach der Jugenderkrankung „Morbus Scheuermann“ (in der Pubertät auftretende Knochenwachstumsstörung der Wirbelkörper mit Deformierungen der Wirbelkanten und deutlicher Rundrückenbildung).
Meist kommt es nach einer „Scheuermann’schen Erkrankung“ erst im Erwachsenenalter zu Problemen.
Für jegliche Art von Haltungs- Überlastungsproblemen ist die Brustregion – genau wie die Lendenregion – sehr empfindlich. Die klassischen Bandscheibenerkrankungen, wie Vorfall und Vorwölbung aber sind äußerst selten.

Bei Herrn H. ist wahrscheinlich die jahrelange Fehlhaltung an der Entstehung seiner Schmerzen Ausschlag gebend.
Therapeutisch sollte nach der Abklärung durch Röntgen und eingehender fachspezifischer Untersuchung unbedingt eine Haltungskorrektur eingeleitet werden. Dies kann nur durch ein genau geplantes Muskeldehnungs -und Kräftigungprogramm mittels Heilgymnastik und Bewegungstherapie erreicht werden.
Richtig diagnostiziert kann oft jahrelanges Leiden unterbrochen und durch gezielte chirotherapeutische und physikalische Behandlung gemildert oder ganz geheilt werden.
Ebenso wichtig bei der Therapie des chronischen Schmerzes ist aber die Löschung der Schmerzmuster aus dem Gehirn. Diese kann durch gezielte Trainingstherapiemaßnahmen der Muskulatur gut beeinflußt werden.