Kreuzschmerz – Lumbago

“ Ich habe nur diese Kiste Mineralwasser aus dem Auto gehoben !“ ,lautete die Entstehungsgeschichte für den akuten Kreuzschmerz bei einem 53 jährigen Patienten. Sein Kreuz spürt er schon seit Jahren immer wieder, und sowohl die langen beruflichen Autofahrten, als auch längeres Liegen im Bett – wenn man am Sonntag endlich einmal ausschlafen könnte – bereiten immer wieder Schmerzen im unteren Rückenbereich, die teilweise ins Gesäß strahlen.
Seit dem Verheben vor 3 Tagen aber ist das Bücken und Drehen des Oberkörpers fast unmöglich geworden. Ein ziehend, brennender Schmerz sitzt nun tief unten links im Kreuz. Am erträglichsten ist die halbliegende Position im Fernsehsessel. Sowohl die Kraft seiner Beine, als auch die Gefühlsqualität seiner Hautoberfläche der Beine sind ungestört.
Als Therapie erhielt er bisher antirheumatische Tabletten und zwei Spritzen vom Hausarzt. Derzeit besteht keine Besserungstendenz.

Enthaftungserklärung:
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Antwort:
Neben Verkühlungen sind Kreuzschmerzen der zweit häufigste Grund den AllgemeinmedizinerIn aufzusuchen.

Bei der Abklärung akuter Schmerzen im Wirbelsäulenbereich unterscheidet man zwischen Ursachen:

  • vererbte schwache Muskulatur und Bänder
  •  Bindegewebsschwäche, aber auch der Wirbelsäule mit der Zeit zugefügte kleine und größere Schäden und Begleitfaktoren, wie  z.B.:

            – jahrelange sitzende Arbeit oder schweres Heben
            – wenig Ausgleichsbewegungen/Sport
            – erhöhtes Körpergewicht
            – Wechseljahre mit hormoneller Umstellung des Knochenstoffwechsels
            – Unfälle, die seinerzeit als unwichtig kaum wahrgenommen wurden.
            – entzündliche Herde, die ihre Gifte im Körper verteilen (wie z.B. eitrige Mandeln, beherdete
Zähne, chronische Nasennebenhöhlenentzündungen, …).

und Auslösern, in diesem Fall eine offensichtlich unkoordinierte, abrupte Fehlbewegung des Patienten.

Im Falle der hier wahrscheinlichsten Lumbalgie (Hexenschuss) ist dies ein lokaler ein/beidseitiger Schmerz im Kreuzbereich, mit oder ohne Ausstrahlung in die Gesäßgegend mit schmerzbedingter Einschränkung der Beweglichkeit. Funktionell liegt meist eine Bewegungsbehinderung (Blockierung) der Wirbelkörpergelenke vor.
Bei der Ersttherapie erhält der Patient meist Spritzen (orthopädische Infiltrationen), Tabletten und Ruheverordnung mit denen zunächst auf eine Schmerz.-und-Muskelspannungslinderung gezielt wird. Zusätzlich sollte physikalische Therapie in Form von speziellen Stromformen, Wärme und anderem durchgeführt werden. Ebenso empfiehlt sich eine chiropraktische Behandlung durch den erfahrenen Arzt.
Erst nach Abklingen der größten Beschwerden sollte eine aktive weiterführende heilgymnastische Behandlung begonnen werden.
Ebenso wichtig bei der Therapie des chronischen Schmerzes ist die Löschung der Schmerzmuster aus dem Gehirn. Diese kann durch gezielte Trainingstherapiemaßnahmen gut beeinflußt werden.

Heilgymnastik/muskelrekonditionierende Maßnahmen sind nach vollständiger ärztlicher Abklärung der der einzige Weg, um sowohl seit langer Zeit bestehende Rückenprobleme zu lösen als auch vor weiteren Problemen vorzubeugen.