Karpaltunnelsyndrom

Frau M. (58 Jahre) berichtet über ein „Einschlafen“ ihrer rechten Hand während der Nachtstunden seit mehr als sechs Monaten. Hauptsächlich betroffen ist ihr Zeige,- Mittel,- und Ringfinger. Sie beschreibt das störende Gefühl als Ameisenlaufen, Taubheit oder Brennen im Fingerkuppenbereich und teilweise Hohlhandbereich. Durch Aufstehen und Armkreisen war der Schmerz bisher immer zu verbessern, aber während der letzten Wochen erlebte sie fast keine schmerzfreie Nacht. Auch feinere Arbeiten im Haushalt wie Nähen oder Knöpfe schließen sind erschwert durchführbar. Es wären ihr auch schon Gegenstände aus der Hand gefallen und ihre Unsicherheit bei der Verrichtung täglicher Bewegungsabläufe wird immer größer.

Enthaftungserklärung:
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Antwort:
Ihre Beschwerden entsprechen dem typischen Krankheitsbild eines „Karpaltunnelsyndroms“. Dies ist eine entzündliche Einengung eines Handnervs (Nervus Medianus), welcher gemeinsam mit Beugesehnen über dem beugeseitigen Handgelenk einen engen Führungskanal – den Karpaltunnel durchqueren muss. Die Erkrankung betrifft bevorzugt Frauen, aber auch handwerklich schwer arbeitende Menschen und ist häufig im mittleren bis höheren Lebensalter anzutreffen.  Im fortgeschrittenen Stadium kommt es neben der oben beschriebenen Symptome oftmals zu Muskelschwund im Daumenballenbereich mit deutlichem Kraftverlust beim Faustschluss.

Die Diagnose stellt der Arzt nach genauer Analyse der Krankengeschichte und eingehender Untersuchung. Er sollte Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik (Nervenreizungen im Halswirbelsäulenbereich, Bandscheibenschäden,…) ausschließen. Zur Untermauerung der Diagnose empfiehlt es sich eine elektrische Leitfähigkeitsuntersuchung (NLG) des Nervus Medianus durchzuführen. Deutliche Verlängerung derselben beweist das Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms.

Die Therapie zielt zunächst mit konservativen Maßnahmen durch Ruhigstellung des Handgelenks und mit orthopädischen Infiltrationen auf Abschwellung und Entzündungshemmung, um dem Nerv in seinem Kanal wieder mehr Platz zu schaffen. Bessert sich der Zustand nur vorübergehend oder gar nicht, sollte eine Operation empfohlen werden. Dieser Eingriff wird meist mit einer Kamera, als minimal invasive Operation in Allgemeinnarkose, Leitungsanästhesie oder auch in Lokalanästhesie durchgeführt.
Ziel der Operation ist es, durch Spaltung des Bands an der Kanaloberseite eine Entlastung des Nerven herbeizuführen und damit Entzündung und Schmerz dauerhaft zu stoppen.
Dieser kleine Eingriff benötigt einen stationären Aufenthalt zwischen 1-3 Tagen.