GEZIELTE WIRBELSÄULENUNTERSUCHUNG

Kaum zu glauben! In Österreich wurden 1996 fast 8 Millionen Krankenstandstage gemeldet, die ausschließlich auf Erkrankungen des Bewegungsapparates zurückzuführen waren (davon waren rund 25% nur Wirbelsäulenprobleme).

Die Gründe dafür müssen wir zweifelsohne in unserem Körper suchen. Der Mensch als „Zweibeiner“ mit aufrechtem Gang arbeitet überwiegend in sitzender Position und leidet an chronischem Bewegungsmangel mit daraus resultierender Unterforderung der Muskulatur, der Bänder, der Knochen und seiner Gelenke. Die passive Erholung wird heute meist Sport und Bewegung vorgezogen und auf richtige Ernährung wird wenig Wert gelegt.
Bereits vier von fünf Erwachsenen hatten also schon mit Schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich zu tun.

WAS IST MANUALTHERAPIE / CHIROTHERAPIE ?

Die Manuelle Medizin („Manus“ = lat.,die Hand), auch Chirotherapie (griechisch) genannt, versucht mit einfachsten Mitteln (den Händen), und einigen Zusatzuntersuchungen (Röntgen, Labor) die Ursachen und Auslöser für Störungen des Bewegungsapparat zu finden. Jede Wirbelsäulenstörung ist fast immer durch eine alte, über lange Jahre zer-oder-gestörte Funktion UND durch einen aktuellen Auslöser (Sturz, Verheben, Zugluft, etc.) verursacht.

Die wichtigste Aufgabe für den Arzt ist es daher, für jede spezifische Art von Wirbelsäulenbeschwerden DIE exakte Funktionsdiagnose zu stellen.
Der Chirotherapeut kann dabei durch das genaue „Be-greifen“ des Patienten mittels ausführlicher Untersuchung kleinste „Verschiebungen“ und Funktionsstörungen von Wirbelgelenken oder aus dem Gleichgewicht geratene Muskel und Bänder diagnostizieren und meist auch gleich in der selben Sitzung behandeln.
Von der Art und dem Schweregrad abhängig kann er aus der Untersuchungssituation heraus durch chirotherapeutisches Dehnen der Weichteile (Mobilisierung) oder Manipulation (Knacksen) der Wirbel wesentliche Erleichterungen erzielen und einen genauen Therapieplan erarbeiten. Zusätzlich ist in manchen Fällen eine Injektion in die erkrankte Region notwendig.

Ein bis zwei Kontrollen im Wochenabstand runden die Behandlung beim Arzt später noch ab.

Für die weiterführende Behandlung jedoch wird in gut 2/3 der Fälle eine ambulante heilgymnastische Betreuung verordnet, ohne die sich lange Zeit bestehende Wirbelsäulenprobleme nicht lösen lassen.

Heilgymnastik, also regelmäßige unter Aufsicht einer Physiotherapeutin erlernte Turnübungen und die Rückenschule sind nach der vollständigen Abklärung und Ersttherapie durch den Arzt der einzige Weg, um einer neuerlichen Schmerzattacke aber auch weiteren neuen Problemen vorzubeugen.
Zusammenfassend ist das Verständis um die Entstehung von Wirbelsäulenstörungen durch langjährige Überlastungen und einem aktuellen Auslöser zu beachten. Nur eine exakte Diagnose aber führt-oft über den steinigen Weg der Gymnastik-zum gewünschten Erfolg.