Bakerzyste (Kniebeugenzyste; Poplitealzyste)

„Die Ursache könnte schon damit zusammenhängen“, antwortete der 52 jährige Patient Herr Sch. auf die Frage nach irgendeiner Knieverletzung der letzten Monate. „Vor gut einem halben Jahr stürzte ich beim Skifahren und laut dem Sportarzt vor Ort zerrte ich mir den Meniskus links innen am Knie. Mehr sagte der Arzt nicht dazu und da die Schmerzen nach ein paar Wochen fast verschwunden waren, habe ich der Sache keine Bedeutung beigemessen!“
Die erste prall elastisch tastbare Schwellung der Kniebeugeseite erinnerte er sich, war vor drei Monaten. Sie störte nur ein wenig bei der Hocke, verschwand aber nie vollkommen.
Derzeit hat er beim in die Knie Gehen öfter das Gefühl, als sei das Knie zu dick und seit einer Wanderung sei da ein komischer Schmerz hinten in der Kniekehle.

Enthaftungserklärung
Die nachfolgende Antwort wurde nach bestem Wissen und Gewissen entsprechend den in der Frage gemachten Angaben beantwortet. Da keine umfassende Untersuchung gemacht werden konnte, kann die Antwort NICHT als Ersatz für einen Besuch bei Ihrem Facharzt gelten.
www.drkoestler.at lehnt deshalb jegliche Haftung für unmittelbare sowie mittelbare Schäden und immaterielle Unbill, die aus der Befolgung der Ratschläge entstehen, ab. Falls Sie Schmerzen oder Beschwerden haben, kontaktieren Sie in jedem Fall den/die Facharzt/Ärztin Ihres Vertrauens. Ebenso kann keine Verantwortung für die Inhalte von Webseiten übernommen werden, auf die durch „Hyperlinks“ verwiesen werden.

Antwort:
Die Symptome von Herrn Sch. zeigen auf ein Ergußproblem (Flüssigkeitsüberfüllung) des Kniegelenkes, welches häufig als Begleiterscheinung bei Meniskusverletzungen, Arthrosen oder auch rheumatischen Erkrankungen gesehen wird. Durch die auf Grund einer Entzündung/Störung im Gelenk vermehrt gebildtete Gelenkflüssigkeit kommt es zu einem dauerhaft erhöhten Gelenkinnendruck, welcher die Flüssigkeit durch die schwächste Stelle der Gelenkskapsel (Kniekehle) als „Blase“ (Zyste) aus dem Kapselbereich hinausdrückt – Die Bakerzyste (Name stammt vom Erstbeschreiber Dr. Baker- englischer Chirurg des 19. Jahrhunderts) kann prinzipiell in jedem Lebensalter vorkommen.

Diagnose:
Sowohl die Krankengeschichte und der Tastbefund als auch Ultraschalluntersuchung sowie Magnetresonanz-Tomographie können als Diagnoseverfahren herangezogen werden.

Therapie:

Grundsätzlich stehen konservative und operative Maßnahmen zur Verfügung. Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden sowie die Schwellung und Schmerzen in der Kniekehle dauerhaft zu beheben.
Dabei ist es wichtig die Ursache des Ergusses festzustellen und im Idealfall zu beheben. Zunächst sollte natürlich mit konservativen Maßnahmen begonnen werden:
* lokale abschwellende Maßnahmen,
* Antirheumatische Tabletten oder
* Absaugung mittels Spritze und Kortisonspülung

Kommt es dadurch aberzu keiner deutlichen Besserung, so empfiehlt es sich, eine Gelenksspiegelung (Arthroskopie) durchzuführen, um dem Problem unter Kamerasicht auf den Grund gehen zu können.(siehe Meniskus und Gelenksspiegelung).